Mit einer geballten Faust
kann man keinen
Händedruck wechseln.

Indira Gandhi

Orthopädische Schuhe

Der orthopädische Maßschuh findet seine Anwendung dort, wo ein Konfektionsschuh nicht mehr passt oder keinen ausreichenden Erfolg mehr bietet. Dies ist zum Beispiel bei schweren Arthrosen oder massiven Fußdeformationen der Fall. Generell muss die Verordnung von einem Facharzt ausgestellt sein. In Ausnahmefällen kann auch der praktische Arzt verordnen.

Für jeden Kunden werden die orthopädischen Maßschuhe individuell angefertigt. Das stellt einen enormen Arbeitsaufwand dar:

Bei der Erstanfertigung beträgt der Zeitaufwand zwischen 35 und 40 Arbeitsstunden. Also eine Woche Arbeit für ein Paar in unserer eigenen Werkstatt in Handarbeit gefertigten orthopädischen Maßschuhe.

Das Maßnehmen
Eine genaue Fußuntersuchung und eine so genannte Trittspur – das ist ein Abdruck der Füße in Belastung – sowie das genaue Vermessen der Füße sind Voraussetzung für eine passende Versorgung.

Eine genaue Dokumentation und ein ausführliches Gespräch folgen. Zusätzlich werden Ihre Füße fotografiert, damit wir auch in der Werkstatt noch ein genaues Bild Ihrer Füße haben.

Der Leisten
Nach den beim Maßnehmen gewonnenen Erkenntnissen wird – je nach Bedarf – ein Holz- oder Kunstharzleisten hergestellt. Für jeden Kunden werden individuell Leisten angefertigt. Dabei wird auch schon auf die Korrektur und/oder die Bettung der Füße geachtet.

Die Kopieeinlage
Über den nun fertigen Leisten wird das Fußbett – die Kopieeinlage – gefertigt. Die Passform der Kopieeinlage ist hauptverantwortlich dafür, dass man mit beiden Beinen fest am Boden steht.

Die Oberteilherstellung
Nachdem der Leisten mit der Kopieeinlage fertig ist, findet eine Zwischenanprobe statt, um noch eventuell Korrekturen vornehmen zu können.

Der Oberteil ist oft für die Optik der orthopädischen Maßschuhe entscheidend, denn dieser Teil der Schuhe wird auch von anderen Leuten gesehen.

Anschließend zeichnen wir ein detailliertes Schnittmuster. Die daraus gewonnenen Einzelteile werden nun aus „der Haut“ (dem Leder) herausgeschnitten, bearbeitet und schließlich zusammengenäht.

Der Bodenbau
Jetzt arbeiten wir noch Polsterungen und Versteifungen in den Schuhoberteil ein. Dann wird der Oberteil über den Leisten mit der Kopieeinlage gespannt – man nennt das „Zwicken“ - und mit der so genannten Brandsohle verbunden. Wiederum mit eventuell nötigen Versteifungen bauen wir schließlich die Schuhsohle auf und schleifen sie. Jetzt muss der Schuh noch austrocknen. Erst jetzt können wir den Leisten herausnehmen.

Das Finish
Der fertige Schuh wird blank geputzt. Sie müsen nur noch hineinschlüpfen!